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    Wie es sein könnte

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    Wie es sein könnte

    Beitrag  Kristall am Do 28 März 2013 - 8:57

    Wie es sein könnte


    Er stieg die Stufen hinauf um an die Spitze des Turmes zu gelangen.
    Immer schon wollte er von oben auf das kleine Städtchen schauen und auf die Menschen sehen,
    die von oben wie Ameisen aussehen.
    Warum war sein Wunsch so gewaltig, es zu tun.
    Die Menschen, die ihn nicht verstanden, klein zu sehen?
    Atemlos erreichte er die Plattform, von der er auf das Gewürm runter sehen konnte.
    Er atmete heftig und war etwas schwach in den Knien.
    Doch langsam erholte er sich und ließ seinen Blick schweifen, über das Städtchen,
    über die Menschen und ein befriedigendes Gefühl stieg in ihm hoch.
    Der Druck in seinem Kopf und das Summen, das er ständig hörte ließ nach.
    Konzentriert betrachtete er eine Gruppe von Menschen,
    die auf dem Hauptplatz standen und sich offensichtlich unterhielten.
    Seine Neugierde ward geweckt.
    Das Summen in seinem Kopf fing plötzlich wieder an und schwoll zu einem Getöse an.
    Er glaubte es nicht ertragen zu können und hielt seine Hände an die Schläfen.
    Doch eigentümlicherweise begann das Summen sich in Wortfetzen zu verwandeln und er glaubte,
    zu verstehen, was die Menschen da unten miteinader sprachen.
    Seine Konzentration wuchs und der Schleier des Nichtverstehens lichtete sich.
    Die Leute beschwerten sich über dies und das und eine Wolke des Ärgernisses schwebte über ihnen.
    Der Mann am Turm hörte eine Weile zu und dann fragte er sich,
    warum diese Menschen so verbissen sind und warum sie sich nicht einigen könnten
    und warum nicht jeder einen Schritt auf den Anderen zuginge.
    Dieser Gedanke war so intesiv und er überlegte, wenn jeder die Gefühle des anderen fühlen könnte
    , würden sie sich dann besser in den Anderen einfühlen können und würden die Menschen sich einfach verstehen?
    Plötzlich änderte sich das Verhalten der Leute, sie standen stumm und starrten auf ihr Gegenüber.
    Nach einer langen Weile fielen sich die Leute in die Arme und weinten.
    Sie zerstreuten sich und jeder ging nach Hause.
    Elo, so hieß der Mann am Turm, erfaßte ein riesiges Glücksgefühl,
    es wurde ihm bewußt, daß er eine Fähigkeit hatte, die ungenutzt in ihm schlummerte,
    und die nun, nachdem er endlich diesen Turm erklommen hatte, zum Ausbruch gekommen ist.
    Er konnte die Gefühle der Menschen spüren, ihre Gedanken lesen und was noch wichtiger war,
    er konnte diese Fähigkeit auf andere übertragen.
    Wie fallende Dominosteine verbreitete sich diese Fähigkeit
    und ging in rasender Geschwindigkeit um die ganze Welt.
    Die ganze Menschheit veränderte sich, alle Menschen wurden Brüder und Schwestern,
    denn keiner wollte dem anderen antun, was er selbst nicht wollte.
    Woher immer Elo kam und wer immer er war,
    er verwandelte die gesamte Menscheit in eine paradiesische Gemeinschaft.

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